August 2018
Di
28
Aug
2018
Etwas unternehmen und mal keine Musik? Mit der Chance durch Glück und/oder kluges Wetten den Eintrittspreis zurück zu bekommen?
Auf der Rennbahn in Langenhagen war noch einmal Pferderennen. Es war Ascot-Tag, was bedeutete, dass von den Frauen ein Hut erwartet wurde, dafür kamen sie umsonst hinein, wogegen die Männer egal waren. Sie zahlten mit und ohne Hut. Von wegen Gleichberechtigung. Unsere Tochter zog mit Omas altem Strohhut los und steckte ihn dann in eine Tüte.
Schließlich sollten sich die Pferde nicht erschrecken. Auf die durfte gewettet werden, Mindesteinsatz 50 Cent und wer auf den Sieger getippt hatte bekam für einen Euro Einsatz 3,30 Euro zurück (also wir zumindest), genug für einen Cappuccino zur Stärkung. Wenn das Geld nicht gleich wieder für das nächste Rennen draufging ...
Mo
27
Aug
2018
The never ending Sommer - nun endet er doch langsam. Die Tage sind schon kürzer, die Sonne steigt nicht mehr ganz so hoch und das Licht hat sich verändert, bringt wärmere Farbtöne und längere Schatten. Die so lange so trockene Luft ist feuchter geworden, Regenwolken ziehen über uns. Das Gefühl, in langen Südfrankreichferien zu sein, das sich seit Juni bei uns breitgemacht hatte - und übrigens sehr hinderlich ist, wenn man arbeiten muss - schwindet langsam. Und die Nacht auf Sonntag hatte nur 11 Grad!
Für das diesjährige Opern-open-Air vorm Rathaus war das nicht so schön. Bei der Generalprobe am Donnerstag bei trockenem warmen Wetter war der mit Videoleinwänden bestückte Maschpark wieder picke-packe voll mit Hannoveranern auf Picknickdecken und Campingstühlen. Alle hatten den Wetterbericht gelesen. Die Nicht-teure-Eintrittskarten-Besitzer hatten die Wahl zwischen Probe-Trocken-Warm und Vorstellung-eventuell Regen-Kalt. Was hättet ihr getan? Genau.
Wer Zeit hatte picknickte zur Generalprobe und sah die Vorstellung im Öffentlich-Rechtlichen-Livestream. Dieses Mal gab es übrigens (nach Tosca, La Bohème, La Traviata und Rrrigoletto) den Don (ital. für Herr und keine Abkürzung von Donald). Don Giovanni, Mozart. Wunderbare und recht viel Musik angesichts einer recht überschaubaren Handlung. Alles dreht sich um einen skrupellosen, narzisstischen Mann, der sämtliche Frauen um ihn herum belästigt, Affären hat und unliebsame Mitmenschen aus dem Weg räumt, der sich so toll findet, dass er meint, er könne sich alles herausnehmen und sei für die Welt unverzichtbar. Sehr aktuell, nur dass die Handlung nicht in Amerika spielt und Metoo nicht vorkommt. Am Schluss siegt zumindest in der Oper die Gerechtigkeit und die Hölle verschlingt den Don.
Ach war das schön.
Für diejenigen, die nicht so auf Klassik standen, boten die (wärmeren) Wochen des Sommers auch einiges.
Zum Beispiel rund um den Maschsee. Dort war es ratsam Besuche mit den Öffis zu planen, denn einen Parkplatz zu ergattern war während des Maschseefestes wie ein Sechser im Lotto. Das Fest selbst war wieder ... ja eigentlich wie immer, aber mit wie-am-Mittelmeer-lange-Draußen-Sitzen-und-nicht-Frieren-Wetter und viel zu teuren Scampis mit Knoblauch, die aber ein gewisses Urlaubs-Feeling verursachten und mindestens ein Glas Wein notwendig machten, das auch zu teuer war und vielen Enten, die auf ungesunde Bröckchen hofften und Mitmenschen, die viel zu früh viel zu viel getrunken hatten, um von der Livemusik etwas mitzubekommen.
Die Musik war alles zwischen Schlager, Shanty, Pop und Jazz und wie vieles ... Geschmacksache.
Do
23
Aug
2018
Eichelhäher kann man einfach nicht überhören. Sie geben sich auch keine Mühe, besonders leise zu sein, sind mehr so die Art "Hoppla, hier bin ich. Wo sind die Körner?"
Wir haben regelmäßig Besuch von einem Eichelhäherpaar. Die beiden mögen Haselnüsse, sie mögen Walnüsse, sie mögen Sonnenblumenkerne - die mögen irgendwie alle bei uns. Als "Dankeschön" bringen sie uns im Herbst Eicheln mit und versenken sie in Rasen und Beeten. Und ich muss bei der Gartenarbeit immer wieder kleine Eichen-Schösslinge herausziehen, denn wir möchten wirklich keinen Eichenwald am Haus haben.
Vielleicht war es diese Vorratswirtschaft, die Mama und Papa Eichelhäher auf den Gedanken brachte den Nachwuchs zu uns zu schicken.
Ein lautes kreischendes Krrschä-Krrschä ließ uns nach draußen schauen. 4 Jungvögel saßen um den Futterigel herum und überlegten, ob sich das, was da lag, wohl essen ließe. Sonnenblumenkerne - noch dazu ohne Schale - das war bestimmt neu für sie. Die Meisen dagegen saßen eine Etage höher in der Rose, hätten gerne auch etwas gehabt und piepsten ungeduldig. Die kleinen Singvögel haben erstaunlich wenig Angst vor Eichelhähern, aber wehe eine Elster verirrt sich zu uns. Dann ist Alarm.
Der Häher-Nachwuchs erkundete erstmal den Garten und wir hatten Gelegenheit, sie genauer anzuschauen. Sie waren alle noch dabei in das Erwachsenen-Federkleid zu wechseln und sahen entsprechend gerupft aus. Nach zwei Stunden verschwanden sie in den nächsten Garten und wir füllten für Meise und Co die Futterschale auf.
Angeblich mögen Tauben die Eichelhäher nicht und meiden Gärten, die ... Angeblich fressen Eichelhäher Wespen ... Während die Wespen gerne Mücken fressen. Bei uns fressen beide gerne die überreifen Weintrauben, die eigentlich für Familie Amsel auf den Rasen geworfen werden ... Und die Tauben gurren trotzdem in der großen Tanne.
So
19
Aug
2018
Igel müsste man sein. Dann wäre alles egal. Dann kreisten die Gedanken ums Essen, um die Wahl zwischen vom-Baum-gefallener-Birne oder -Apfel, um sauberes Wasser zum Trinken und ob genug davon in der Schale ist, darum wie Igel die Zecken wieder los wird, um den besten und trockensten Schlafplatz und ob die Igeldame von nebenan wohl abends wieder erscheint.
Sie würden nicht kreisen um neue Zeckenarten, den Klimawandel, den amerikanischen Drumpf, russische Einflussnahme auf deutsche Parteien - und wenn es auch die rechten Idioten sind, überhaupt nicht um Rassismus, Sexismus, Radikalismus und auch nicht darum, wann denn endlich der hannoversche Oberbürgermeister seinen Kram packt und Verantwortung für all das Geschiebe und Geschachere in der Stadtpolitik übernimmt. Und ob man ihm, wenn er tatsächlich noch bis November durchhält um seine Versorgungsansprüche als Ex-OB klar zu haben, diese Ansprüche nicht noch versalzen kann. Seit 1946 wird Hannover durchgehend von der SPD regiert, da haben sich so viele Verbindungen/-pflichtungen/-bandelungen entwickelt, dass eigentlich Unfähigkeiten gar nicht so schnell auffallen. Pech muss man haben.
Mi
15
Aug
2018
Am letzten Samstag war Neumond und was soll ich Euch sagen? Es ist ungewohnt kühl geworden und es regnet. 7 Wochen nach Siebenschläfer.
Für die Perseiden-Sternschnuppenbeobachtung in den Nächten auf Sonntag und Montag war es natürlich nicht so optimal. Wir haben tatsächlich zwischen den Wolken nur eine Schnuppe gesehen. Unsere Tochter hatte etwas mehr Glück, aber auch mehr Geduld als wir.
Die Pflanzen im Garten sind dankbar für den Regen. Morgen soll es schon wieder heiß werden.
So
12
Aug
2018
Ja, tatsächlich, es gibt in diesem Sommer viele Wespen. Also noch viele Wespen, denn spätestens im Oktober sterben sie alle.
Aber derzeit sind wirklich viele in unserem Garten und sitzen auf den Blättern und den Äpfeln und den Birnen und den Blüten .... und im Rasen, weil der morgens noch so schön feucht ist und sich dort Ameisen fangen lassen. Denn Wespen sind kleine Raubtiere, die ihre Larven mit tierischem Eiweiß hochpäppeln. Übrigens auch mit Mücken. Wir hatten bisher erst eine Mücke im Haus, aber es ist in diesem Jahr auch nicht einfach für diese Spezies und für Schnecken auch nicht.
Wir spenden unseren Wespen auf einem kleinen Tellerchen, das mitten auf dem Rasen steht, etwas geräucherte Putenbrust und etwas süße Melone, inzwischen sind sie süchtig danach. Sitzen sie erst einmal darauf, sind sie wie auf Droge und komplett weggetreten. Und wir haben unsere Ruhe beim Grillen und am Tisch. Und wir laufen nicht barfuß über den Rasen.
Eine hat mich trotzdem gestochen - aber ich war selber schuld daran. Und das kam so: Ich war im Garten und wollte zwecks Abkühlung und in memoriam auf den guten Dr. Kneipp in unser Planschbecken. Da war aber bereits eine Wespe im Wasser und paddelte um ihr Leben. Und ich, eingedenk der Schlagzeilen um unsere dahinsiechende Insektenwelt, holte sie mit der flachen Hand heraus um sie in ein Blumenbeet zu setzen. Und weil sie so nass war, habe ich etwas Wasser weggepustet. PUSTET NIEMALS EINE WESPE AN! Der hohe Kohlendioxidgehalt der ausgeatmeten Luft ist im Wespennest ein Alarmsignal und bedeutet Angriff. Sie hat mich in den Finger gestochen. AU!
Dann ist sie davongeschwirrt. Putenbrust abnagen.
Ich habe versucht, den Stich auszusaugen (obwohl die Wissenschaft sagt, dass das Blödsinn sei). Ich habe einen Esslöffel unter heißem Wasser erhitzt und auf den Stich gedrückt, mehrfach (weil angeblich die Hitze das Protein im Wespengift zerstört). Ich habe lange mit kaltem Wasser gekühlt und dann eine halbe Zwiebel auf den Stich gedrückt. Ich habe das homöopathische Apis mellifica genommen (weil ich im Gegensatz zur Wissenschaft überzeugt bin, dass es hilft). Nach drei Stunden tat es nicht mehr weh und der Finger wurde nicht dick. Die Sache mit dem heißen Löffel ist auch noch etwas für die nächsten Tage. Denn erstaunlicherweise tat es in den nächsten Tagen immer dann weh, wenn ich mit Kaltem an den Stich kam.
Aber jetzt ist alles wieder gut.
Mi
08
Aug
2018
Hitzeloch, Sommerloch. Sieben von zehn Beiträgen in den Nachrichtenportalen handeln vom Wetter. Womit beschäftigen sich die Medien sonst noch?
Zum Beispiel mit
- Jan Ulrich, das ist einer der Fahrradfahrer mit dem Doping, weswegen keiner mehr so richtig gerne Tour de France schauen mag, weil man denkt, die bescheißen ja sowieso alle ... also der jedenfalls hat unseren Til Schweiger, das ist der, der denkt, er sei Schauspieler und Regisseur, aber seine Tochter ist nett, also den hat er angeblich gehauen und die Polizei musste kommen und jetzt hat er öffentlich alle seine Unzulänglichkeiten gebeichtet und tut in einem Krankenhaus Buße. Und Lance Armstrong, ausgerechnet, will helfen. Was für eine Schlagzeile!
- einige profilsüchtige Politiker holen das Modell der "Allgemeinen Dienstpflicht" für alle jungen Leute wieder aus der Geschichtskiste, damals hieß das Arbeitsdienst und ich dachte, diese Zeiten seien jetzt ja wirklich überwunden. Ich mag keinen Zwang.
Das perfekte Beispiel für 13 % Defizit in der Gehirnleistung. Übrigens die "Hirnis" helfen nur begrenzt dagegen, nur ich leg mich dann mit einem Buch in den Schatten und füttere nicht die News.
- eine Elfenbeauftragte inspizierte unsere unfallträchtige Autobahn A2, Polizei und Autobahnmeisterei ließen sie das tun, wahrscheinlich ist sie ihnen vorher gewaltig auf den Geist gegangen und irgendwer hat achselzuckend gesagt "Lasst sie doch, sie wird schon nichts kaputt machen.", nun hat sie mit den Elfen und Geistern gesprochen und die Autobahn energetisch versiegelt, mit dabei war eine Tierkommunikatorin, die mit den Würmern und Mäusen und Wildschweinen gesprochen hat und beide haben so die negativen Schwingungen rechts und links der A2 beseitigt. Und ich dachte, Elfen gibt es nur in Island und es sind die Autofahrer, die ... In Zukunft heißt es dann: Unfallgrund - Elfe. Inzwischen treibt das Geschehen den Blutdruck der niedersächsischen Politiker ein bisschen in die Höhe und futsch ist die Sommererholung.
- zwei Rentner, Heavy-Metall-Musikfans, (O'Ton: "Ausreißer") sind angeblich nachts von ihrer Seniorenresidenz aufgebrochen (O'Ton: "ausgebüxt"), um in Wacken beim Festival dabei zu sein und, als sei das ein Verbrechen, von der Polizei aufgegriffen und, bewacht von Streifenwagen, im Taxi zurückgebracht worden. Dabei dachte ich immer auch alte Menschen handelten frei und selbstverantwortlich, aber offenbar nicht in den Hirnen der Artikelschreiber und Residenzbetreiber. Deshalb heißt es ja auch "Heim". Inzwischen wurde alles dementiert, die Rentner für psychisch krank erklärt und die Polizei zum Freund und Helfer.
- "Lesbische Pinguine adoptieren Küken" .... no comment.
Und jetzt höre ich lieber auf.
Die Fotos entstanden im Alternativen Bärenpark Worbis.
Mo
06
Aug
2018
Wasser ist jetzt ganz wichtig. Genug Wasser zum Trinken für Mensch, Tier und Pflanzen, Wasser für die Kneipp-Kur in unserem Planschbecken. Abkühlende Gartenduschen - dank unseres eigenen Brunnens zum Glück kein Problem, deshalb ist unser Rasen auch noch grün. Allerdings ist das Wasser, obwohl es unbedenklich getrunken werden könnte, sehr eisenhaltig und riecht etwas muffig. Selber würden wir uns deshalb nicht unter den Rasensprenger stellen und lecker ist es auch nicht. Abkühlung für uns bieten die Freibäder Hannovers, die vielen Seen um uns herum und selbstverständlich der Maschsee. Schon der Anblick der Wasserfläche erfrischt.
Der Maschsee ist künstlich angelegt worden, er ist eigentlich eine große Schüssel, die auf das alte Überflutungsgebiet der Leine gestellt wurde. Diese Schüssel liegt höher als die Umgebung und die Flusspegel, deshalb müssen Pumpwerke das Wasser hoch und hinein pumpen. Früher nahm man dafür das Leinewasser, das brachte aber viel Schlamm und Dreck mit, darum wird heute lieber Grundwasser aus den Ricklinger Teichen nebenan gepumpt. Der Bereich der Pumpwerke und des Einlaufs in den See wird "Maschseequelle" genannt.
In normalen Jahren muss wegen Verdunstung und Undichtigkeit der Seeschüssel täglich etwa 1 cm Wasserstand aufgefüllt werden, in diesem heißen Sommer verdunstet aber erheblich mehr Wasser als normal. Darum liegt der Wasserstand des Maschsees derzeit niedriger als sonst und die Stadt Hannover diskutiert Lösungsmöglichkeiten, denn auch die Reservoire haben Wassermangel. Im Winter dagegen wird grundsätzlich nicht gepumpt, dann sinkt der Pegel um einen halben Meter ab und die Karpfen landen auf den Silvesterbuffets.
E gibt auch eine Pipeline, die Maschseewasser zum Zoo befördert. In diesem Wasser plantschen dann die Nilpferde und die Sambesifahrer fahren damit durch "Afrika". Aber diese Röhre ist derzeit geschlossen und der Zoo muss Trinkwasser zapfen.
Unsere Erholung beim Spaziergang um den See hat das alles nicht beeinträchtigt. Eher schon das seit dem 1. August laufende jährliche Maschseefest mit all seinen Buden und Bühnen und Musik. Je mehr man sich aber von der Partymeile am Nordufer entfernt, desto beschaulicher ist es. Die Enten betteln um Brotkrumen, Schwäne schaukeln durch die Wellen und die Maschseeflotte befördert uns Lauffaule über und um den See.
Einmal rundherum in etwas weniger als einer Stunde kostet 8 Euro, dafür weht einem die frische Maschseebrise um die Ohren. Man kann aber auch von einem der sechs Anlegepunkte einmal quer rüber, also halb herum, für 4,50 Euro. Ideal wenn man schnell mal ins Strandbad möchte.
Fr
03
Aug
2018
Ich mag ja Musik. Und ich mag inzwischen auch Opern, aber in jugendlichen Jahren beschränkte sich meine Gunst eindeutig auf Operetten, da war wenigstens der Text verständlich und ich konnte mitsingen. Und wie das so ist, das prägt sich dann ein und man kann es für ewig.
"Der Vetter aus Dingsda" zum Beispiel, 1921 uraufgeführt. Die Musik stammt vom deutschen Komponisten Eduard Künnecke und enthält so nette Stücke wie "Ach, Heil'ger Nikolaus", was übrigens in gar nicht so weiter Ferne liegt, nur noch 18 Wochen. Und ein Stück, das mir gestern so gar nicht aus dem Kopf gehen wollte, obwohl es eigentlich überhaupt und so ganz und gar nicht (oder doch?) zum Tag passte: "Onkel und Tante, ja, das sind Verwandte, die man am liebsten nur von hinten sieht". Habe ich schon gesagt, dass wir Nichte und Neffe haben?
Bei Igelfamilien läuft Familie so ganz anders. Mit ganz viel Geschnaufe, Geschubse, manchmal Drohgebärden und gerunzelter Stirn. Und dann wird einträchtig das Sonnenblumenkern-Abendbrot verspeist. Irgendwie easy.