Und eh wir uns versehen, geht der Februar zu Ende. Eine neue Studie, prompt in der Tageszeitung veröffentlicht, besagt, dass das Gefühl, die Zeit würde mit dem Altern schneller vergehen, nur subjektive Wahrnehmung sei und damit zusammenhinge, dass man nicht mehr genügend Neues erlebe. Ich weiß ja nicht ... Ich kann mich über den Mangel an Neuem nicht beklagen, eher über ein Zuviel ... Und trotzdem rennt die Zeit. Und nun der Februar. Einfach davon.
Er war schon so schön warm geworden, selbst nachts, trocken mit viel Sonne. Fast wie Frühling war das mitten im Februar. Und jetzt ist die Luft wieder kalt und wir kratzen in den Nächten am Frost. Unserem Igel ist das egal. Igelchen Isidor ist wach geworden, so richtig wach. Und Isidor hat Hunger. Wohin geht ein Igel, wenn es noch keine vernünftigen Insekten gibt?
Richtig. Am frühen Nachmittag kam er über den Rasen auf die Terrasse gelaufen. Schnupperte herum, aber ja, natürlich steht dort immer eine Schale für die Eichhörnchen mit Nüssen, eine mit Wasser für Eichhörnchen, Meisen, Amseln und Co, halbierte Äpfel und ab und zu nicht mehr schöne Weintrauben. Ich gab noch ein Schälchen Sonnenblumenkerne dazu. Und Isidor futterte und schmatzte und futterte und schmatzte.
Dann lief er über den Rasen zurück, durch die Elfenkrokusse zum Zaun (Hei, kannst du vielleicht nicht auf die Blüten treten?") und verschwand durch dessen Lücke in den Nachbargarten.
Zwei Stunden später war er erneut da. Nochmal einen Happen nehmen. Einen großen Happen. Und dann wieder durch und über die schönen Krokusse zurück zum Schlafen.