Nun ist gewählt. Gottseidank, endlich. Endlich enden diese endlosen Talkrunden im Fernsehen, jedes Mal schauten uns die Nazis an, unerträglich, immer dieselben Phrasen, immer dieselben Gesichtsausdrücke. Und nein, ich bin nicht der Ansicht, sie gehörten in eine Regierungskoalition, weil - damit würden sie sich über kurz oder lang selbst demaskieren, sagt mir jemand - das hat damals mit der Hitlerpartei auch nicht hingehauen und dann - schwups - war es zu spät. Nun ist die Wahl gelaufen und das Ergebnis war vorhersehbar, leider, obwohl wir auf ein französisches Wunder gehofft hatten. Immerhin haben 80 Prozent nicht die Nazis gewählt. Das immer wieder vor mir hersagen. Mantra.
Aber die übrigen 20 Prozent, 20 zu viel, so viele Junge sagen die Wahlforscher, um die müssen wir uns dringend kümmern. Vielleicht die Demos gegen Rechts mal in die östlichen Bundesländer verlagern? Am erschreckendsten für mich sind die Tabellen der Wahlforscher, die zeigen von wo die Zuwächse der Nazis kommen. Wir hatten immer geglaubt, eine hohe Wahlbeteiligung würde die Nazipartei prozentual schrumpfen lassen ... Dabei sind gerade die vorherigen Nicht-Wähler nun Wähler dieser Partei. Und dieser Grusel von einem amerikanischen Präsidenten gratuliert zum Wahlergebnis ... Ich glaube, mir wird schlecht.
Das Wetter gestern aber war fabelhaft, warm und sonnig und wie Frühling, und so war alles auf den Beinen und das Wahllokal richtig voll. Und dann auf und etwas unternehmen. Uns zog es in den Stadtpark, der war für seine Verhältnisse auch voll, aber auch mit Husten noch ganz okay.
In den Beeten blühte es fröhlich vor sich hin. Es war eine Koalition aus Gelb = Winterlinge, Lila = Krokusse, Weiß = Schneeglöckchen. In der Sonne summten die Bienen. Und eine Hummel sogar.
Vor dem Japan-Pavillon wartete eine junge Frau im Kimono auf Teilnehmer ihrer Teezeremonie, nein, wir waren das nicht, wir wollten nur schauen, ob die Kamelien schon blühen. Aber es waren nur Knospen bisher.
Mir fiel ein junges Paar auf, das einen Rollkoffer hinter sich her zog. Und ich dachte, wisst ihr nicht, dass das die Wege kaputt macht? Und den Rasen?
Und dann stiegen sie in die Staudenbeete um Fotos zu machen und ich atmete tief durch und sagte: "Ich verstehe ja, dass sie schöne Fotos machen wollen, aber bitte, man trampelt dafür nicht in die Beete. Es gibt nebenbei auch eine Gartenordnung und das ist verboten." Sie würden nicht auf Pflanzen treten und überhaupt, nur ein Foto. "Das sind mindestens zwanzig!" grummelte der beste-Ehemann-forever. Und ich sagte zu ihnen, sie wüssten ja gar nicht, wo die Stauden in der Erde seien und allein durch ihr Gewicht würden sie den Boden verdichten und das sei schädlich für die Pflanzen. Es gäbe die Regeln für den Park, im Sinne aller, die ihn genießen möchten. Das störte die beiden nicht, sie drehten uns einfach den Rücken zu. Und leider, am Sonntag war auch kein Gärtner da.
Aber ich finde wirklich, die Stadt Hannover sollte die Gartenordnung an den Eingängen aushängen und nicht nur ein paar Piktogramme. Denn mich ärgert so ein Verhalten.