Ende April 1951 besuchte der damalige Bundespräsident Heuss mit seiner Frau Hannover und eröffnete die erste Bundesgartenschau der noch jungen Bundesrepublik Deutschland. Sie dauerte vom 28. April bis zum 31. Oktober und 1,6 Millionen Besucher kamen.
Denn auf dieser Buga gab es im Nachkriegsdeutschland wunderbare Dinge zu sehen (nachdem die Hannoveraner zahllose Bombentrichter beseitigt und zerstörte Bäume gerodet hatten):
viele Stauden und Gehölze, große Bäume, Obstbäume und Nutzpflanzen, Blumen, Blumen, Blumen, einen Heidegarten (der später für das Hotel am Stadtpark platt gemacht wurde - ein bei den Bürgern sehr umstrittenes Bauvorhaben), Wassergärten und ein Tropenpflanzenhaus, Musterhausgärten für die Häuslebesitzer und Musterkleingärten für die Laubenpieper, Mustergrabbepflanzungen für den Friedhof, Gärten von bekannten Gartenarchitekten aus dem In- und Ausland. Es gab ein Rosencafé und einen Rosengarten samt Pergola mit mehr als Hundert neuen Rosenzüchtungen - davon soll Frau Heuss besonders angetan gewesen sein.
Und Kunst - von im Dritten Reich verfolgten Künstlern. Und eine mit Blumenmotiven bemalte Straßenbahn, die Blumenbahn der Linie 6. Höhepunkt der Buga war im August 1951 ein Blumenkorso durch die Stadt mit über 100 mit Blumen geschmückten Festwagen und 400.000 Zuschauern an der Strecke.
Die Kernfläche der damaligen Buga ist unser heutiger Stadtpark und da er unter Denkmalschutz steht sehen die Grünanlagen im Großen und Ganzen noch so wie vor 68 Jahren aus. Natürlich sind die Bäume und die Schattenbereiche größer geworden, die Büsche üppiger und höher und einiges wurde ersetzt oder wie die Wasserspiele verändert. Aber das Café (gottlob nicht der Kaffee), das ist eindeutig noch 50er Jahre. Und der Rosengarten mit der großen Pergola und den Stühlen darunter.
Wir waren schon so oft im Stadtpark, aber noch nie rechtzeig zur Rosenblüte. Aber heuer.
Damals zur Buga blühten 20 verschiedene Kletterrosen an der Pergola und mehr als 100 Rosensorten in den Beeten davor. Heute im Jahr 2019 blühten bei unserem Besuch immer noch die Kletterrosen und einzelne Beetrosen, aber von üppiger Pracht war besonders in den Beeten nicht viel zu sehen. Eher von Vernachlässigung, Ersatzpflanzungen mit Tagetes, viel nackter Erde. Ich war enttäuscht. Jeder Kurpark sieht besser gepflegt aus. Der Rest des Stadtparks war wunderschön, aber ausgerechnet der Rosengarten war das nicht.
In der Zeitung stand vor einiger Zeit, der Stadtpark habe eine Generalüberholung für 9 Millionen Euronen nötig und wir haben den Kopf geschüttelt und gedacht "um Himmels willen, bloß nicht kaputtsanieren." Aber für den Rosengarten, ja, da wären einige Tausender gut angelegt.