Das war ein grandioses Wochenende. 24 Grad Celsius warm, blauer Himmel, trockene Luft, die Vögel zwitscherten um die Wette und alles, was in Hannover Beine hat, war draußen. Unterwegs oder im eigenen Garten.
Ich würde nach wie vor die Erfindung einer Schallschluckmaschine begrüßen, die mich davor bewahrt, die Familientreffen, sämtliche Telefonate und Streitigkeiten der Nachbarschaft akustisch bis in jedes Detail mitzuerleben. Die Rücksichtnahme auf die Ohren anderer wird in unserer Gesellschaft offenbar nicht mehr als Tugend vermittelt und es scheint besonders den Neu-Gartenbesitzern nichts auszumachen, wenn die Öffentlichkeit jede, aber auch jede, Gefühlsäußerung wahrnimmt.
Da bekommt die drohende und irgendwann einsetzende Altersschwerhörigkeit ganz neue Aspekte...
Die Anwohner der Kurze-Kamp-Straße hier in Bothfeld hätten so eine Maschine bestimmt auch gern gehabt. Am Samstag war dort wie in jedem Jahr Herbstmarkt und am Sonntag "Kunst und Jazz". Was ursprünglich mal als Jazzfrühschoppen, der die Fußspitzen wippen ließ, begann, war heuer ein ganzsonntägliches konzeptloses Remmidemmi mit Schulbands, seltsamer Heavy-Metal-Musik, Kinderspielplatz und einem Sammelsurium an Ständen, bei denen das Wort "Kunst" nur bei wenigen zutraf. Die gingen einfach unter. Und viele Aussteller der letzten Jahre waren nicht wiedergekommen. Dafür gab es viel Bier - und Gin - und die Mamis der Grundschule verkauften Kuchen. Und die Eisdiele machte das Geschäft. Und wir sind ganz schnell wieder gegangen.